Ich verkünde nun feierlich, der Beitrag zur Klassenfahrt ist fertig:

In den folgenden Zeilen werde ich versuchen die Geschehnisse der Abschlussfahrt 2007 auf Papier zu bringen. Dies wird sicher nicht so einfach sein, da es schon schwer fällt nur das Wichtigste hier aufzuführen. Beginnen wir also erstmal mit den allgemeinen Fakten: Die Abschlussklasse 2008 startete am Sonntag, den 09. September 2007 um 16.00 Uhr mit einem Bus in Richtung Toskana, Italien. Der Bus war vollkommen befüllt, kein Sitz war mehr frei - und das obwohl im vorherigen Geschehen drei Mitschüler „verloren“ gingen. Demzufolge waren wir auf der Reise mit 56 Schülern und vier Lehrern. Die Lehrerschaft bestand aus unseren beiden Tutoren Claudia Arnold und Wolf-Rainer Wulf, sowie Hartwig Kolthof und Volker Strietzel. Der erste Busfahrer namens Wolfgang fuhr die Mannschaft mit zahlreichen Pinkel- und Raucherpausen bis zur deutsch-österreichischen Grenze. Von dort an stieg dann schließlich Karsten (mit K!!!) zu uns und übernahm das Steuer nicht nur für diesen Tag, sondern für die gesamte Woche in Italien. Dazu aber später mehr.

Nach der einerseits unterhaltsamen, aber andrerseits äußerst unbequemen Fahrt kamen wir am Montag, den 10. September 2007 um 12. 00 Uhr mittags endlich an unserem Hotel „La Versiliana“ in Marina di Pietrasanta an. Dort haben wir dann unsere tollen Zimmer bestaunt, kurz ausgepackt und sind dann auch gleich alle zusammen zum Strand marschiert. Die Hoffnung, dass sich das Meer gleich um die Ecke befand, wurde leider grausam zerstört. Denn zwar war 500 m vom Hotel Meer und Strand, jedoch war dies Privatstrand. Ein Italiener sagte uns, dass wir noch ca. 2 Km nach links gehen müssten, da käme dann der öffentliche Strand. Deshalb gingen wir weiter… und weiter… und weiter - nach gefühlten Stunden kamen wir tatsächlich an einem winzigen Stück öffentlich zugänglichen Strand an. Egal, dachten wir uns. Jetzt wird die deutsche Kartoffelhaut erstmal in Ruhe gebraten und im tyrrhenischen Meer gebadet. Alle waren etwas erschrocken von diesem Meer, denn es ist unglaublich salzig. Ein Vergleich zur Nordsee wäre nichtig. Das tyrrhenische Meer ist nämlich so salzig, dass man sich quasi nicht darin bewegen braucht. Man schwimmt einfach immer an der Oberfläche. Steigt man aus dem Wasser und legt sich anschließend in die Sonne bilden sich winzige, weiße Salzkristalle auf der Haut. Spannend, spannend. Nachdem wir den gesamten Nachmittag dort verbracht hatten, gingen wir gegen 18.00 Uhr zurück zum Hotel. Dort haben wir uns für den Abend noch ein wenig rausgeputzt und unsere Haut vom Salzfilm befreit. Pünktlich um 20.00 Uhr bekamen wir unsere erste italienische Mahlzeit. Der erste Gang bestand aus Lasagne, als zweites bekamen wir eine Art Antipasti - kaltes Gemüse und Fleisch - und das Dessert war einfach Obst. Wir waren darüber zwar nicht überglücklich, dennoch fühlten wir uns satt und gestärkt. Am Abend saßen wir bis 24.00 Uhr draußen vor dem Hotel, haben gequatscht, gelacht und uns sehr amüsiert. Nach Mitternacht ging es ab auf die Zimmer, das bedeutete „Hausparty“ mit dem Einen oder Anderen.

Dienstagmorgen mussten wir tatsächlich schon um 8.00 Uhr beim Frühstück sein, viel gab es dort aber nicht, kleine Brötchen, Butter, Marmelade und Kaffee. Danach fuhren wir auf nach Florenz, wo uns eine dreistündige Stadttour zu Fuß erwartete. Wir sahen unter anderem Michelangelo, den Piaza di Republica und die Ponte Veccio. Nachdem wir die doch etwas langweilige Tour überstanden hatten, konnten wir zwei Stunden lang alleine durch Florenz tingeln. Da wurden Mitbringsel & Postkarten für die lieben Verwandten besorgt und schön italienisch zu Mittag gegessen. Auf dem Weg zurück freuten sich alle aufs Baden, dazu war nämlich noch ein Stündchen Zeit vor dem Abendbrot. Am Abend sind dann einige auf der Suche nach einer Cocktailbar durch Pietrasanta gewandert und tatsächlich auf eine gestoßen. Die Cocktails schmeckten super, nur der Preis war etwas hoch. - Denn in Italien ist es häufig üblich die Preise auf den Speisekarten kleiner wirken zu lassen indem beim Bezahlen pro Person automatisch Ein bis Zwei Euro raufgerechnet werden. Damit rechnet man als Tourist natürlich nicht. Dieses Problem hatten diejenigen nicht, welche sich draußen vorm Hotel vergnügten. Ein paar andere fuhren derweil in die Altstadt von Pietrasanta und bestaunten die mittelalterliche, romantische Seite der Stadt.

Am Mittwoch konnten wir endlich mal ein bisschen länger schlafen, ca. bis 9.00 Uhr. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Carrara um die Marmorsteinbrüche zu betrachten, da wir aber mit dem Bus versuchten die Berge hochzufahren konnten wir leider nicht bis nach ganz oben fahren. Selbst Karstens geliebte Wendemanöver konnten uns nicht an den Gipfel führen. Aber man hatte trotzdem einen guten Blick auf die Steinbrüche und konnte so einige Marmorstücke in den Souvenirshops ergattern. Danach war natürlich wieder Strand, Sonne und Meer angesagt. Mittlerweile sah unsere Kartoffelhaut schon etwas frittiert aus…

Donnerstagmorgen erwartete uns ein neues Highlight worauf sich fast alle sehr gefreut haben, es ging auf nach Pisa. Dort angekommen hatten wir genug Zeit um die obligatorischen Bilder zu schießen und Türmchen, Buttons und merkwürdige Esel zu kaufen. Außerdem genossen wir wieder mal eine großartige Führung durch die wichtigsten Kathedralen und Plätze. Im Anschluss ging es jedoch nicht zurück „nach Hause“, Karsten fuhr uns nach Lucca. Diese Stadt ist wirklich einen Besuch wert gewesen, wir konnten lecker essen, durch die Stadt bummeln und auf dem Markt Kleinigkeiten besorgen. Zufrieden und gestärkt fuhren wir schließlich zurück zum Hotel und aßen Abendbrot. Allmählich sammelten sich jedoch einige Klagen der anderen Hotelgäste und des Personals. - Das scheint aber irgendwie zu jeder Abschlussfahrt dazuzugehören?! Immerhin war dies der letzte Abend und genau als dieser wurde er auch betrachtet, es wurde musiziert, gelacht und getanzt. Ein äußerst gelungener Abschluss.

Am Freitag endete unsere Woche in Italien und wir fuhren gegen elf Uhr in Richtung Heimat. So mancher musste auf der Busfahrt mit starken Kopfschmerzen oder Übelkeit kämpfen, glücklicherweise ist aber nichts passiert - die Mägen behielten ihren Inhalt für sich. Die Stimmung war jedoch nicht sonderlich heiter, der größte Teil der Klasse beschäftigte sich mit Schlafen. Da unsere Lehrer beschlossen hatten noch einen Schlenker zum Gardasee zu machen, verlängerte sich die Heimfahrt um satte vier Stunden. So kamen wir dort um 16.00 Uhr an und konnten den See bestaunen. Viel Zeit blieb uns jedoch nicht, es langte gerade so für ein schnell verschlungenes, letztes italienisches Mittagessen. So ging es 17.00 Uhr weiter Richtung Deutschland. Wir fuhren und fuhren und fuhren - die Stimmung wurde immer schlechter bei den Schülern, da das ständige Sitzen seine Spuren hinterlassen hatte. Die Lehrer hingegen schienen immer lustiger zu werden, man hörte das Rumgealbere von vorn im ganzen Bus. Immer diese Lehrer. Ich habe noch heute das Lachen von Frau Arnold in den Ohren. Gegen Mitternacht erreichten wir endlich die deutsche Grenze, mittlerweile besserte sich die Stimmung auch beim Rest der Truppe, was blieb uns auch anderes übrig. Wir machten das Beste aus der ausweglosen Situation. Nun waren wir also schon den ganzen Tag auf der Busreise und immer wieder kam die verzweifelte Bitte ins Leere „Ich will endlich zu Hause sein“. Doch es half nichts. In Nürnberg wechselte Karsten dann wieder mit Wolfgang, wir verabschiedeten und bedankten uns bei Karsten. Karsten hat uns wirklich eine interessante Vorführung seiner Buskünste geliefert während der Klassenfahrt. Danke Karsten mit K! Wir hatten dort gleichzeitig ab um 1.00 Uhr Aufenthaltspause zum Essen etc., so kamen wir eben um 2.00 Uhr wieder zurück zum Bus, stiegen ein, setzten uns und waren bereit zur Weiterfahrt. Der Busfahrer startete den Bus und es passierte nach langem schallen des Anlassers nichts. Nichts, wirklich nichts. Außer Stille. Naja, kann ja mal passieren dachten wir uns, also gleich noch mal. Aber wieder nichts. Noch ein Versuch, das Resultat: Nichts. Hilfe! Panik macht sich breit. Was war denn jetzt los? Motorschaden? Anlasser defekt? Batterie leer? Mehrere Busfahrer, Lehrer und Hobby-Heimwerker versammelten sich draußen vor dem Bus und rätselten was das Problem sein könnte. Man drückte hier, drehte da - aber es half nichts. Nach unendlichen Versuchen den Bus zu starten änderte sich nichts an unserer Misere. Wolfgang rief den Pannendienst, und uns wurde gesagt, dass es maximal vier Stunden dauern kann bis dieser da sei. Aber das wäre wirklich unwahrscheinlich, dass er so lange braucht. Deshalb warteten und warteten wir. Burger King hatte wohlmöglich den größten Umsatz der Woche durch unsere Klasse. Aber irgendwann machte er zu. Es war nun bereits 03.00 Uhr und der Notdienst war immer noch nicht da. Unsere Geduld wurde bis aufs Äußerste strapaziert. Einige verbrachten die Wartezeit mit Reden, Schlafen oder Rauchen, andere probierten sich durch das Sortiment der Raststätte oder spielten Poker. Noch eine Stunde verging. Um 04.00 Uhr war der Pannendienst endlich da, ein klick, ein Knall und der Motor schnurrte wieder. Ja! Endlich! Wir können weiter fahren, jedoch mit dem Hinweis den Motor bis zur Ankunft nicht wieder abzuschalten, da uns sonst das Gleiche wieder passieren könnte. Eine wirklich sehr bizarre Anordnung.. Aber wir folgten ihr, auch bei jeder Pause blieb der Bus an. Nach weiteren Stunden quälenden Sitzens auf engen Plätzen und frieren bei scheinbaren Minusgraden, kamen wir schließlich nach 26 Stunden Fahrt am Sonntag, den 15. 09. 07, um 13.30 Uhr in Wittenburg an. HEIMAT! Wir verabschiedeten uns und gedachten noch einmal unserem Wochen-Leitspruch, „Party, Paarty, Paaarty!! - Meinst ja?! - Ich glaube schon!!!!“ und gingen nach Haus.

Zusammenfassend lässt sich über diese Abschlussreise sagen, sie war das Geld und den Schweiß wert. Es gab zahlreiche Regeln, an die sich niemand hielt, z.B. 1. Kein Alkohol, 2. Kein Rauchen auf den Zimmern, 3. Bettruhe ab 24.00 Uhr, 4. Jungs & Mädels schlafen auf getrennten Zimmern und 5. Keine laute Musik. Auch gab es diverse vermutete Fremdgeher. Aber was in Italien geschah, bleibt in den Köpfen der Anwesenden und nirgendwo sonst.

7.10.07 20:18
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


chris[sie] (8.10.07 12:21)
das hört sich ja sehr interessant an.
mensch mensch. da hattest du ja doch sehr viel spaß. is ja auch die abschlussfahrt gewesen ;P.

hach. italien hört sich toll an. wär da auch gern hingefahren...nich nach kroatien. naja. egal

ihr hattet aber eine schöne lehrer truppe dabei. claudia und wolf-rainer sind sicher auch den ein oder anderen abend etwas angetrunkne gewesen, so wie ich sie einschätzen kann.... hachja. da hattet ihr echt glück. komisch nur, dass ihr 4 lehrer mithattet. ihr wart ja auch nur 3 leute mehr, als wir...hm...wer weiß

aber schön, dass du so viel spaß hattest - trotz den ganzen idioten deines jahrgangs...


zuzi (10.10.07 21:04)
ich will auch nach italien

aber hach... muss ne tolle abschlussfahrt gewesen sein. und ich glaube, im nachhinein war die panne bei der rückfahrt auch sehr toll war quasi wie bei uns der unerwünschte grenzaufenthalt

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